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Wer es gerne etwas urbaner mag, dem seien folgende Städte und Dörfer in der näheren Umgebung ans Herz gelegt:

Goes ist die Hauptstadt Zuid-Bevelands und zählt ca. 36763 Einwohner. Es ist angebunden an die einzige Eisenbahnstrecke Zeelands, die zwischen Vlissingen und Roosendaal verläuft.Außer den vielen Geschäften lohnt sich auch ein Blick aufs Rathaus, die Kirche und den malerisch gelegenen Jachthafen mit den schmucken Häusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Diese finden sich in der gesamten Innenstadt verstreut. Wer gerne etwas mehr über die Geschichte Zeelands erfahren möchte, dem sei das 2005 neu eröffnete „Historische Museum der Bevelanden“ empfohlen. Hier findet man historische Fundstücke wie Silberwerk, Trachten, Gemälde und alte Bücher. Zwischen Goes und Borsele verkehrt im Sommer die mit Dampf betriebene historische Museumsbahn mit Zwischenstop im kleinen Dorf Hoedekenskerke. Ein besonderer Spass für jede Altersklasse.

Zieriksee liegt auf der Insel Schouwen-Duiveland in unmittelbarer Nähe zur Zeelandbrücke. Hier wohnen und arbeiten 11.000 Menschen, viele im Dienstleistungsbereich. Machen Sie einen Bummel durch den historischen Jachthafen mit seinen Museumsschiffen. Die vielen gemütlichen Häuser laden zum fotografieren ein. Beliebte Motive sind unter Anderem die Nobelport am Ortseingang, die Zuidport im Hafen und der Kirchturm der ehemaligen Kirche St. Lievens. Mit dem Kirchenbau wurde schon 1455 begonnen. Die Fundamentarbeiten dauerten 25 Jahre, da sie 1466 durch einen großen Stadtbrand behindert wurden. Nach weiteren 30 Jahren Bauzeit war der Turm fertig gestellt. Leider war die Blütezeit Zierikzees da schon vorbei und so blieb es beim „Dicken Turm“ der in der gesamten Umgebung als Wahrzeichen gesehen werden kann. Der gemütliche Wochenmarkt ist ein absolutes „Muß“, generell kann man in Zierikzee gut einkaufen.

Vlissingen ist eine der größten Städte der Umgebung. Sie liegt an der Mündung der Westerschelde und zählt ca. 45.000 Einwohner. Hier endet auch der Kanal durch Walcheren, welcher in Veere beginnt. Lotsen leiten die Schiffe durch enge Fahrrinnen über die Westerschelde nach Terneuzen oder Antwerpen. Die königliche Marine hat hier in Vlissingen Ihren Liegeplatz. Es ist der einzige Ort in den Niederlanden, an dem die Strandpromenade eine Südausrichtung hat. Die Skyline der Stadt ist ein bekanntes Postkartenmotiv. Eine Fährverbindung nach Breskens besteht für Radfahrer und Fußgänger, Autos nehmen seit 2003 den neu gebauten ca. 6 km langen Tunnel unter der Westerschelde. Hierdurch wurde Zeeuws Vlanderen direkt mit den Niederlanden verbunden und eine Autofahrt durch Belgien entfällt. Sehenswert ist die Ruine des 1547 erbauten Fort Rammekens. Es ist eines der ältesten Seeforts Westeuropas. Umgeben ist es von einem 96 ha großen Gebiet aus Wald und Wasserläufen, Rammekenshoek. Es stammt aus der Zeit des zweiten Weltkriegs. 1944 beschossen die Allierten die Deiche von Veere, Westkapelle und Vlissingen. Dadurch standen 80% der Fläche Walcherens unter Wasser. Man hoffte so die Deutschen von der Insel vertreiben zu können. Am 1. November 1944 landeten die Truppen der Allierten auf Walcheren. Eine Woche später war die Insel befreit. Seit 1904 gibt es in Vlissingen die „Hogeschool Zeeland“ an der zur Zeit ca. 4000 Schüler aus der ganzen Welt lernen. Das Zeeuws Maritim Museum und der Reptilienzoo Iguana sind weitere Attraktionen der Stadt. Auch die Windmühle ist noch voll funktionstüchtig und kann besichtigt werden.

Middelburg ist die Hauptstadt der Provinz Zeeland. Sie zählt 47.000 Einwohner.Die Stadt hat einen unmittelbaren Autobahnanschluß und ist über die N57 an den Europoort angeschlossen. Es ist die einzige Universitätsstadt Zeelands und steht in enger Verbindung mit der Universität Utrecht. Hier ist das Hauptverwaltungszentrum Zeelands, es gibt zwei Gerichte und ein Gefängnis. Im zweiten Weltkrieg war die Stadt starken Bombenangriffen ausgesetzt. Nach der Sprengung der oben genannten Deiche lief Middelburg fast vollständig voll Wasser, die gesamte Innenstadt wurde so zerstört. So überstanden von den Zierfiguren des spätgotischen Rathauses nur die 1458 geschaffenen Seeländer Gräfinnen und Grafen den Bombenhagel. Sie stehen heute jedoch wieder an ihrem angestammten Platz in der Fassade des restaurierten Gebäudes. Das ehemals historische Stadtbild wurde durch aufwendige Rekonstruktionsarbeiten in der Nachkriegszeit wiederhergestellt. Tourismus und Einzelhandel gaben der Stadt einen starken Aufschwung. Ein Bummel durch die Stadt ist lohnenswert und hinter so manchem kleinen Durchgang verstecken sich kleine Parkanlagen, Kapellen und malerische Orte. Man sollte sich für Middelburg Zeit nehmen. Wahrzeichen der Stadt ist der „Lange Jan“, 91 m hoch und achteckiger Turm der Abtei „Onze lieve Vrouw“. In einem Seitenflügel befindet sich das Zeeuws Museum. Die Wallanlagen der Stadt wurden ebenfalls wiederhergestellt. Für Kinder gibt es ein „Miniaturwalcheren“. Alle Bauten der Insel finden sich hier Maßstabsgetreu 1:20 wieder.

Klein aber fein ist Westkapelle an der Spitze Walcherens. Der kleine Ort spielte im zweiten Weltkrieg eine große Rolle. Walcheren war komplett von den Deutschen besetzt. Im Oktober 1944 beschossen die Allierten die Deiche. Walcheren wurde überflutet. Viele Menschen ertranken oder erfroren in diesem Winter. Am 1. November 1944 kam es zur Schlacht an der Scheldemündung. Den Allierten gelang die Landung in Vlissingen und Westkapelle. Die Geschichte des Ortes und die Kriegsereignisse werden sehr anschaulich im Polderhuis-Museum geschildert. Es ist wirklich empfehlenswert, sich das Museum anzusehen. Hier findet man alles, angefangen von Helmen und Kleidung bis hin zu den Landungsboten der Truppen. Auf dem Deich in Westkapelle steht ein alter Panzer der Allierten als Mahnmal. Zahlreiche Fotos um das Denkmal herum zeugen von der unglaublichen Zerstörung des Ortes, die man sich bei heutiger Betrachtung kaum noch vorstellen kann. Der alte Leuchtturm befindet sich im gotischen Kirchturm. Er liegt einen Kilometer landeinwärts und überstand so den Bombenhagel 1944-1945. Auf 54m Höhe liegt eine 2,6 Millionen Kerzen starke Lichtanlage. Der Lichtstrahl ist so stark, dass er ca. 19,5 Seemeilen (35 km) weit gesehen werden kann. An manchen Tagen kann der Turm zur Besichtigung bestiegen werden. Ein neuerer kleiner Leuchtturm steht auf dem Deich am Westkap. Er ist ein sehr beliebtes Foto und Postkartenmotiv.

Zwischen Noord-Beveland und Schouwen-Duiveland liegt das riesige von überall her sichtbare Oosterscheldesturmflutwehr. Es ist Teil des von der Deltakommision 1953 beschlossenen Deltaplanes. Anlass hierzu war die in der Nacht auf den 1. Februar 1953 schwere Hollandsturmflut, bei der fast ganz Zeeland überflutet wurde. 1853 Menschen und 200.000 Tiere starben in den kalten Februarfluten. Die Springflut ließ den Nordseepegel um fast 3,50 m ansteigen. Im Vergleich liegt Noord-Beveland zwischen -1m bis 3m ü.M. Ein berühmtes Denkmal steht in Nieuwerkerk an der Ijsel und heißt „Een dubbeltje  op zijn kant“-Auf Messers Schneide-

Mit dem Bau der verschiedenen Abschnitte wurde 1958 begonnen. Das Ooosterscheldesturmflutwehr war das letzte und wurde 1986 fertiggestellt und von Königin Beatrix feierlich eingeweiht. Meist baute man Dämme wie den Brouwersdamm, den Veersegatdamm oder den Zandkrekdamm bei Goes. Hierdurch entstanden die Innenmeere, wie das Veerse Meer oder das Grevelinger Meer. Später stellte man fest, dass durch das ausbleiben von Ebbe und Flut die Fauna und Flora stark verändert wurden. Das Wasser versüßte. Um Abhilfe zu schaffen ließ man in den Brouwersdamm eine Schleuse ein, die jedoch nur für den Wasseraustausch dient, nicht für die Schiffahrt. Das Oosterscheldesturmflutwehr ist ca. 9 km lang. Nach den ersten 5 km Damm gab es große Proteste in der Bevölkerung, da das Ausbleiben der Gezeiten eine negative Auswirkung auf die Muschel- und Austernbänke in der Ooosterschelde gehabt hätte. Man entschied sich den Rest der Sperranlage in großen Sperrtoren anzulegen, die nur bei Sturmflut innerhalb einer Stunde geshlossen werden können. 65 Pfeiler bilden das Gerüst. Sie sind bis zu 18 t schwer und 65 m hoch. Dazwischen hängen 62 bewegliche Tafelschütze, die eine Breite von 42 m haben. Die schwersten von Ihnen wiegen 500 Tonnen. In der Mitte auf der ehemaligen Arbeits- und Versorgungsinsel entstand das Informationszentrum Neeltje Jans. Hier kann man sich ausführlich über die große Hollandsturmflut und den Bau der Deltaprojekte informieren. Für Kinder gibt es eine Sturmflutkammer, im Sommer einen Wasserabenteuerspielplatz und eine Rundfahrt über die Oosterschelde.

 

www.Zeelandmobilheim-Ramackers.de